SOZIAL. ENGAGIERT. INKLUSIV.

Caritasverband Hochrhein e.V.

Persönliche Zukunftsplanung (PZP)

Was ist eigentlich eine Persönliche Zukunftsplanung (PZP)?
Die PZP geht davon aus, dass jeder Mensch eine Zukunftsplanung machen kann. Es geht darum, die Menschen ernst zu nehmen, sie kennenzulernen und ihnen die Möglichkeit zu geben, ihre Bedürfnisse und Träume zu äußern. Daraus ergeben sich Veränderungswünsche im Leben und Ziele. Der Mensch steht im Mittelpunkt und entscheidet selbst, was er verändern möchte oder nicht.

Bei einer Persönlichen Zukunftsplanung äußert ein Teilnehmer – unabhängig von seiner Beeinträchtigung – seine Wünsche, Ziele und Vorstellungen. Er wird bei der Planung und Umsetzung seiner Ziele und Wünsche unterstützt und begleitet. Das Ziel der persönlichen Zukunftsplanung ist es, die Lebensqualität des Teilnehmers zu erhöhen, indem er selbstbestimmt in den Prozess einwirkt. Im Rahmen der Ausbildung Heilerziehungspflege ist die Begleitung eines Bewohners bei der Persönlichen Zukunftsplanung wichtiger Bestandteil im letzten Ausbildungsjahr.

Persönliche Zukunftsplanung (PZP)
Foto: Patrick Vieler

Im Rahmen meiner Ausbildung war ich in der Pflegegruppe tätig. Als ich Herrn S. kennenlernte, hatte er noch keinen elektrischen Rollstuhl. Durch Eigenfinanzierung bekam er diesen im Jahr 2017. Der neue Rollstuhl hat die Lebensqualität von Herrn S. deutlich erhöht. Er genießt es, sich selbst fortbewegen zu können, selbstbestimmt zu entscheiden wohin er fahren möchte und nicht mehr auf das Betreuungspersonal angewiesen zu sein.

Im Alltag hatte ich Herrn S. als zurückhaltende Person wahrgenommen. Er hielt sich überwiegend in seinem eigenen Wohnbereich auf und beschäftigte sich dort mit seinem Laptop.

Durch die Erschließung des Sozialraums (siehe Foto mit der Sozialraum-Karte rechts) und durch die Biografie-Arbeit konnte ich einen großen Einblick in das Leben von Herrn S. erhalten und erfuhr viel über seine Vergangenheit. In dem Prozess des näheren Kennenlernens wurde erkennbar, dass er schon früher immer gerne in der Natur war und viel unternommen hat. Aufgrund seiner motorischen Einschränkungen ist dies nun nur noch begrenzt möglich.

Persönliche Zukunftsplanung (PZP)
Foto: Rebecca Oßwald

Er selbst findet es schade, dass dies nicht mehr so ist. Ihm ist bewusst, dass er selbst älter wird und er bestimmte Dinge in einem bestimmten Alter nicht mehr machen kann. Im Hinblick auf die PZP hat Herr S. unter anderem geäußert, dass er eine Musikveranstaltung besuchen möchte. Wir sind auf die Veranstaltung „die klingende Bergweihnacht“ mit Marianne und Michael, Feldberger, Mara Kayser und Hansy Vogt am 23.12.2017 in der Stadthalle Schopfheim gestoßen.

Persönliche Zukunftsplanung (PZP)
Foto: Rebecca Oßwald

Während der Planung wurde ersichtlich, dass Herr S. am 23.12.2017 den ganzen Tag in Schopfheim verbringen möchte. Mithilfe des DRK-Fahrdienstes konnte dies umgesetzt werden. Herr S. hat die Möglichkeit acht Mal im Monat die Fahrdienste der DRK in Anspruch zu nehmen, die ihn dann zu seinem Wunschziel bringen. Er hatte unter anderem den Wunsch, dass er an diesem Tag seinen elektrischen Rollstuhl nutzen kann. Da Herr S. noch nie so lange Zeit mit seinem elektrischen Rollstuhl unterwegs war, war seine Angst, dass der Akku leer werden könnte oder etwas anderes passieren könnte. Daraufhin entschieden wir, schon im Vorfeld mehrere DRK-Fahrten zu buchen und an dem Tag zusätzlich zur Sicherheit den alten Rollstuhl mitzunehmen.

Persönliche Zukunftsplanung (PZP)
beide Fotos: Rebecca Oßwald

Persönliche Zukunftsplanung (PZP)

Wir sind froh, dass am Tag der Veranstaltung alles geklappt hat. Zur Erinnerung an diesen schönen Tag haben wir ein Fotoalbum erstellt.

In Zukunft sollen weiterhin DRK-Fahrten stattfinden. Hierfür benötigt Herr S. jedoch weiterhin Unterstützung. Durch den DRK-Fahrdienst hat er die Möglichkeit, neue Orte kennenzulernen, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen und somit mehr teilzuhaben am öffentlichen Leben.

Ich selbst habe es sehr spannend und bereichernd gefunden, Herrn S. im Rahmen der persönlichen Zukunftsplanung intensiv zu begleiten und ihn somit auf eine andere Art und Weise kennenzulernen.

Persönliche Zukunftsplanung (PZP)
Foto: Klothilde Kaiser

Rebecca Oßwald, Auszubildende Heilerziehungspflege

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